Rechtssysteme und Gerichtszugehörigkeit
Einige wichtige Stufen in der Entwicklung des Rechtssystems in Preußen/ Brandenburg:
- 1794 - Allgemeine Landrecht
- 1806 - Die Stein- Hardenbergschen Reformen brachten einige grundlegende Veränderungen. Dazu gehörten die formale Entlassung aus der Abhängigkeit vom Gutsherren mit den Folgen, dass zum Wehrdienst eingezogen werden konnte, oder die Befreiung von Frohndiensten nur durch Landabgabe an den Gutsherren erreicht wurde.
- 1810 - Gesindeordnung (sie stellte das Verhältnis zwischen der "Herrschaft" und dem "Gesinde" (Bedienstete, Dienstboten)
- 1812 - Gendarmeriegesetz
- 1842 - Gesetz zur Pflege der Armen
- 1872 - Die neue Kreisordnung der Provinzen
- 1906 - Gesetz zur Ausgestaltung der Volksschulen
In alten Zeiten war der Schulze des Dorfes für die Einhaltung und Durchsetzung von gesetzlichen Vorgaben zuständig. Bei im Dorf üblichen Meinungsverschiedenheiten war er die entscheidende Instanz. Ihm zur Seite standen ein oder mehrere Schöppen (Schöffen). Sobald jedoch Angelegenheiten des Grundherren, in unserem Falle also des Rittergutes, involviert waren, lag die Rechtsprechung beim Patron des Ortes. Er übte die niedere Gerichtsbarkeit (Patrimonalgerichtsbarkeit) aus. Diese umfasste lokale Streitigkeiten und kleinere Vergehen, wie z. B. bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder Eigentumsdelikten, bevor sie 1848/49 abgeschafft wurde. Bei schwerwiegenderen Auseinandersetzungen waren die Kreisgerichte zuständig. In Brandenburg an der Havel war das für Groß Kreutz zuständige Amtsgericht.